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Pupils project in Bad Segeberg (in German)

Fledermäuse in der Eingriffsplanung - Schülerprojekt stellt Ergebnisse im Rathaus vor

Neumünster, 20. Juni 2013. Nach sechs Wochen intensiver Arbeit hat die Schülerarbeitsgemeinschaft „Bat Venture Group“ die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Studie zum Vorkommen von Fledermäusen auf dem Gelände des ehemaligen Kirchenkreis-Jugendheims in Neumünster-Einfeld im Rathaus präsentiert. Möglich wurde die Gründung der Gruppe durch die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln durch das Fledermaus-Zentrum Bad Segeberg, das mit Hilfe des Bundesverbandes der Schülerlabore an einer Ausschreibung der Initiative „Lab2Venture – Unternehmergeist in Schülerlaboren“ teilnehmen konnte. Ziel war es, im Rahmen einer Schülerfirma einen naturwissenschaftlichen Auftrag unter realen Bedingungen abzuarbeiten. In diesem Fall ging es um das Berufsfeld von Biologen in der Freilandforschung und Planung.  Insgesamt vier Schülerinnen und ein Schüler aus Neumünster und Kiel bekamen von der Abt. Natur und Umwelt im Fachdienst Umwelt und Bauaufsicht der Stadt Neumünster den Auftrag, das Grundstück des ehemaligen Kirchenkreis-Jugendheims am Einfelder See auf das Vorkommen von geschützten Fledermausarten hin zu untersuchen. An zwei Abenden und einem Nachmittag wurde das Gebäude von innen und außen nach Fledermäusen und ihren Spuren untersucht, um Aussagen zu einer möglichen Nutzung als Fledermausquartier treffen zu können. Weiterhin wurde das parkartige Gelände mit Ultraschalldetektoren abgesucht, um  Jagdaktivitäten von Fledermäusen nachzuweisen zu können.

„Wir konnten fünf verschiedene Fledermausarten nachweisen, die auf dem Grundstück jagten. Die Mückenfledermaus war mit Abstand die häufigste Fledermausart dort“, sagte Jonathan Klemmer, Schüler der Waldorfschule Kiel und Sprecher der Bat Venture Group bei der Präsentation vor Vertretern des Fachdienstes Umwelt und Bauaufsicht der Stadt Neumünster.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass das Gebäude selbst nicht von Fledermäusen bewohnt wird, aber das Grundstück ein sehr wertvolles Jagdhabitat für Fledermäuse darstellt.

„Die Ergebnisse werden auf jeden Fall Eingang in den weiteren Planungsprozess finden“, sagte Heinrich Kautzky – Fachdienstleiter Umwelt und Bauaufsicht, der sichtlich begeistert vom Engagement und dem souveränen Vortrag der Bat Venture Group war. 

Nach ihrem Vortrag erhielten alle Schülerinnen und Schüler eine Urkunde aus der Hand von Frau Martina Parrisius vom TheoPrax Zentrum am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal-Berghausen bei Karlsruhe, mit der ihr Engagement und ihre Leistungen gewürdigt werden.

Auf die Frage, ob es denn in Zukunft mit der „Schüler-Fledermausforschung“ weitergehe, sagte Florian Gloza-Rausch, Geschäftsführer des Fledermaus-Zentrums Bad Segeberg: „Wir haben sehr gute Erfahrungen in diesem Projekt gesammelt. Nach den Sommerferien machen wir uns auf die Suche nach weiteren Sponsoren oder Auftraggebern, um weiter mit Schülerinnen und Schülern in der Bat Venture Group arbeiten zu können“.   

Im Schülerlabor des Fledermaus-Zentrums arbeitete die BatVenture Group das Angebot für eine Fledermausuntersuchung in Neumünster/ Einfeld aus. Von links nach rechts:  Jonathan Klemmer v.l., Jule Klemmer h.l. (Waldorfschule Kiel), Inken Bermann, Sina Freiberg h.r. und Mara Krohn v.r. (Waldorfschule Neumünster)

Mit Fledermausdetektoren erfassen Mitglieder der BatVenture Group die Ortungsrufe der Fledermäuse auf dem Gelände des ehemaligen Kirchenkreis Jugendheims im Seekamp 18 in Einfeld. Von links nach rechts:  Jule Klemmer h.l. (Waldorfschule Kiel),Antje Mölller (Fledermaus-Zentrum Bad Segeberg), Imke Bermann, Inken Bermann (Mitte) und Sina Freiberg (rechts) (Waldorfschule Neumünster).

 

Das selbst ausgearbeitete Logo der BatVenture Group.

Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) ist die häufigste Fledermausart auf dem Gelände des ehemaligen Kirchenkreis Jugendheims.

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